Vorab: Dieser Artikel spiegelt meine Gedanken, Erfahrungen und meine Meinung wider. In die richtigen Worte und eine lesbare Form gebracht hat ihn mein Bro – mein KI-Ghostwriter. 😁
Warum meine KI-Künstler plötzlich nicht mehr echt aussehen sollen
KI-Bildgeneratoren werden immer besser.
Gesichter werden realistischer. Haut sieht nach Haut aus. Licht, Haare, Kleidung – teilweise muss man inzwischen zweimal hinschauen, um überhaupt noch zu erkennen, ob man einen echten Menschen oder eine KI-Generierung vor sich hat.
Und was mache ich?
Ich gehe mit meinen Charakteren gerade bewusst in die andere Richtung.
Wolf Maximus, Mira, Ronny, LegBreak, HOUNDSPOP und die anderen Figuren aus meiner kleinen Rolfstudios-Welt sollen nicht mehr möglichst echt aussehen.
Sie sollen wie Charaktere aussehen.
Und das ist Absicht.
Wiedererkennung schlägt Realismus
Einer der Gründe ist ganz pragmatisch: Konsistenz.
Wer schon einmal versucht hat, einen fotorealistischen KI-Charakter über viele Bilder hinweg identisch darzustellen, kennt das Spiel.
Auf Bild eins passt alles. Auf Bild zwei ist die Nase etwas anders. Auf Bild drei sieht der Typ plötzlich fünf Jahre jünger aus. Dann verändert sich der Körperbau, die Kopfform oder irgendein anderes Detail.
Man erkennt zwar: Das soll vermutlich derselbe Mensch sein.
Aber genau das reicht mir nicht mehr.
Mein Ziel ist ein anderes:
Wenn jemand Wolf sieht, soll er irgendwann nicht mehr überlegen müssen. Er soll wissen: Das ist Wolf Maximus.
Micky Maus erkennt schließlich auch jeder. Shrek ebenfalls.
Nicht, weil beide besonders realistisch aussehen.
Sondern weil sie eine eindeutige visuelle Identität besitzen.
Genau dahin möchte ich mit meinen Figuren.
Natürlich nicht mit dem Anspruch, die nächste Micky Maus zu erschaffen. 😁
Aber das Prinzip dahinter gefällt mir:
Wiedererkennung ist wichtiger als Realismus.
Man darf ruhig sehen, dass es KI ist
Dazu kommt noch etwas anderes.
Ich möchte gar nicht, dass jemand meine Figuren sieht und sich fragt:
Ist das jetzt eigentlich ein echter Künstler?
Nein.
Wolf ist eine virtuelle Figur. LegBreak ist eine virtuelle Figur. Ronny ebenso.
Warum sollte ich daraus ein Geheimnis machen?
Wenn ich offen mit KI-Musik arbeite, kann ich auf der visuellen Seite schlecht versuchen, den Menschen möglichst perfekt vorzugaukeln, hier stünde ein realer Künstler vor einer Kamera.
Meine Figuren dürfen künstlich aussehen.
Mehr noch:
Sie sollen künstlich aussehen.
Nicht billig. Nicht beliebig. Nicht nach dem hundertsten Standard-KI-Bild.
Aber eben gestaltet.
Zwei Welten wachsen zusammen
Vielleicht war genau das für mich irgendwann der entscheidende Punkt.
Ich mache nicht nur Musik.
Grafik und Design gehören genauso zu meiner kreativen Arbeit.
Und lange Zeit waren das zwei relativ getrennte Welten.
Hier Musik.
Dort Grafik.
Heute merke ich, dass KI diese beiden Bereiche bei mir immer stärker zusammenführt.
Ein Wolf-Maximus-Song braucht nicht einfach irgendein hübsches Cover.
Er braucht Wolf.
Seine Welt. Seine Stimmung. Seine Bildsprache.
Das Gleiche gilt für die anderen Charaktere.
Damit ist die Grafik nicht mehr nur die Verpackung für einen Song.
Sie wird Teil des Künstlers.
Aus einem Song kann ein Cover entstehen. Daraus ein Video. Eine kleine Szene. Vielleicht irgendwann eine kurze Geschichte oder ein Comic.
Und alles gehört sichtbar zur gleichen Welt.
Das finde ich wesentlich spannender, als jedes Mal ein möglichst perfektes Foto eines Menschen zu generieren, den es überhaupt nicht gibt.
Auch Grafikdesign hat sich verändert
Natürlich hat KI auch meine Arbeit als Grafiker massiv verändert.
Früher konnte ich locker 20 Stunden an einer Komposition sitzen.
Elemente suchen, freistellen, Ebenen aufbauen, Licht verändern, Perspektiven anpassen, retuschieren, wieder verwerfen, neu zusammensetzen.
Heute sitze ich vielleicht vier Stunden an einem Motiv und prompte.
Das klingt zunächst nach:
Na wunderbar. Dann macht jetzt die KI die Arbeit.
Jein.
Die Arbeit ist nicht verschwunden.
Sie hat sich verändert.
Heute verbringe ich diese vier Stunden damit, eine Idee zu entwickeln, Bildaufbau und Perspektive festzulegen, Varianten zu generieren, Ergebnisse zu verwerfen, Charaktere zu korrigieren, den Stil anzupassen und mich Generation für Generation an das Bild heranzuarbeiten, das ich eigentlich im Kopf habe.
Die Maus wurde dabei teilweise durch Sprache ersetzt.
Die Entscheidungen aber nicht.
KI hat meine Arbeit schneller gemacht – aber nicht unbedingt einfacher
Das wird bei der ganzen Diskussion über generative KI gerne vergessen.
KI ist nicht einfach nur Prompten.
Natürlich kann ich schreiben:
„Mach mir ein cooles Bild von einem Rapper.“
Fertig.
Ich kann einer Musik-KI genauso sagen:
„Schreib mir einen Song über das Leben.“
Auch fertig.
Nur hat das mit meiner Vorstellung von kreativer Arbeit relativ wenig zu tun.
Je konkreter meine Vorstellung wird, desto mehr Gedanken muss ich mir vorher machen.
Wer ist dieser Charakter?
Wie sieht er aus?
Wie verhält er sich?
Welche Stimmung möchte ich erzeugen?
Was soll das Bild erzählen?
Welche Perspektive brauche ich?
Was darf die KI verändern und was auf keinen Fall?
Bei Musik ist es nicht anders.
Wer singt den Song?
Warum singt er ihn?
Wie würde Wolf einen Gedanken ausdrücken – und wie würde LegBreak denselben Gedanken ausdrücken?
Welche musikalische Welt gehört zu dieser Figur?
Welche Struktur braucht der Song?
Welche Stimmung?
Was möchte ich damit überhaupt erzählen?
Das sind keine Fragen an die KI.
Das sind Fragen an mich.
Und manchmal habe ich tatsächlich das Gefühl, dass kreatives Arbeiten mit KI dadurch sogar schwieriger geworden ist.
Denn je mehr Kontrolle ich über das Ergebnis haben möchte, desto genauer muss ich vorher wissen, was ich eigentlich will.
Eine Idee kann man nicht prompten
Vielleicht ist das für mich inzwischen die wichtigste Erkenntnis bei der ganzen Sache:
KI hat meine Arbeit schneller gemacht. Aber nicht unbedingt einfacher.
Sie kann mir unglaublich viel Arbeit abnehmen.
Sie kann Bilder erzeugen, Musik spielen, Stimmen erschaffen, Varianten ausprobieren und Ideen innerhalb weniger Minuten sichtbar oder hörbar machen.
Aber eine Sache nimmt sie mir nicht ab:
Die Entscheidung, was ich überhaupt erschaffen möchte.
Und deshalb ist für mich das eigentliche Problem bei KI auch nicht, den richtigen Prompt zu finden.
Das eigentliche Problem ist, eine Idee zu haben, die es wert ist, gepromptet zu werden.
